gb-open: Gut gespielt

Kunst ist überall, Augen auf und los! Darum überrascht es mich nicht wenig, dass ich bei meinem kurzen Abstecher in Bremen ganz zufällig von den gb-open erfuhr und dann auch genau dort landete.

Der alte Güterbahnhof hinter dem Bremer Hauptbahnhof hat sich zu einem Kunst und Kulturzentrum entwickelt: Die ehemalige Spedition hat ihren Namen behalten und ist nun ab und an Club und Veranstaltungsort. Das alte, wenn man so möchte, Verwaltungsgebäude, ist zum Künstlerhaus und somit Ort für Kreativität und in Form von Ateliers geworden und auch ein entspanntes Kaffee und die ein oder andere Galerie versteckt sich hinter den Wänden des alten Bahnhofs.

Güterbahnhof Bremen
gb-open: alter Güterbahnhof Bremen

Das gb-open, also der Tag der offenen Türen des Güterbahnhofs, bat die Möglichkeit mal hinter die Kulissen zu blicken und wieder jede Mengen kreativen Input zu gewinnen.

Schon der Hof selbst zeigt, dass sich hier jeder frei entfalten kann. Aus einem alten Auto wachsen Blumen und überhaupt findet man an jeder kleinen Ecke ein neues Graffiti oder wilde Bepflanzung.

Im Eingangsbereich des Künstlerhauses versprechen schon die Schaufenster, dass hier viele kreative Köpfe arbeiten und sich austoben können. Ähnlich wie beim Rundgang in der Franz-Flemming-Straße in Leipzig, ist es wieder einmal überraschend wie viel hinter einem so unscheinbaren Gebäude stecken kann.

gb-open: Schaufenster Künstlerhaus
gb-open: Schaufenster Künstlerhaus

Betritt man das Künstlerhaus reiht sich Atelier an Atelier und wir bleiben zunächst im dem von Eva Matti stecken. Besonders beeindruckend sind ihre großflächigen Stickbilder, fast schon wie die Pixel eines Bildschirms ergeben die einzelnen kleine Stiche ein Gesamtbild, das am besten mit einem kleinen Abstand wirkt.

gb-open: Eva Matti
gb-open: Eva Matti

 

Fast schon ablenkend, gleichzeitig harmonisierend wirken dabei die Holz-Skulpturen Ilka Rautenstrauchs, die den Raum neben den Werken Mattis an den Wänden füllen. Eine fehlende Brust, der unproportional große Kopf, die schiefe Haltung – ein unharmonisches Bild und dennoch oder gerade deshalb so interessant und vor allem handwerklich eine präzise Leistung.

gb-open: Ilka Rautenstrauch
gb-open: Ilka Rautenstrauch

Ein paar Türen weiter finden wir einen ganz anderen Stil und eine andere Person vor. Geometrische Formen wie ein Kreis oder Dreieck sind fein säuberlich in sogennante Finnpappe per Lasercut geschnitten worden und ergeben ein sehr minimalistisches und dennoch anspruchsvolles Bild. Noch interessanter wird es, wenn man die Geschichte dahinter erfährt. Der Künstler Christian Heinz (Teil der Galerie Herold) kommt direkt auf uns zu und erzählt was ihm die Inspiration dafür geliefert hat.

gb-open: Christian Heinz
gb-open: Christian Heinz

Bei einer Haushaltsauflösung in Berlin fand er verschiedene alte Mappen mit alltäglichen Notizen, wichtigen und weniger wichtigen Zetteln sowie Skizzen, wie die eines Kreises oder der Raute. Statt das alte Papier sorgfältig zu konservieren oder zu interpretieren oder es einfach wieder zurückzulegen, nahm es Christian vielmehr als kreativen Input und entschied sich ganz einfach die Skizzierungen modern, und auf haltbaren Material abzubilden. 

gb open Christian Heinz Inspiration
gb open: Christian Heinz – Inspiration

Eine gelungene Idee und eine schöne Art Geschichten lebendig zu machen.

Wir erfahren auch, dass es immer wieder einen Regen Austausch zwischen den Leipziger und Bremer  Künstler*innen gibt und begeben uns auf Empfehlung ein Stockwerk höher zu der Ausstellung Suse Itzel. Ein Hauch Bauhaus fließt in jedes der Werke Suses. Sie arbeitet multimedial und nutzt den Raum und die Strukturen von Materialien um etwas neues, einzigartiges zu schaffen. Eine fiktive Kabine „Kabinen-Atrappe“, einen abstrakten Blumenstrauß „Strauß“…

Das wohl schönste Atelier entdecken wir kurz bevor wir eigentlich schon längst los wollten. Susanne Katharina Willand arbeitet mit kleinen Skizzen und Alltagszeichnungen aus denen sie große, abstrakte Stickbilder schafft. Gemeinsam teilt sie sich das Büro mit einem Photographen und nutzt die Freiheit des Ateliers um sich zu entfalten.

Susanne Katharina Willand
gb-open: Susanne Katharina Willand

Kreativität sitzt an allen Ecken und Enden und vor allem verbindet sie. Zumindest hat man dieses Gefühl, wenn man die verschiedenen Künstler*innen Tür an Tür trifft.

Ein Blick hinein lohnt sich immer, und die eine oder andere Vernissage bietet die Chance  dabei zu sein, wenn auch außerhalb des gb-open mit Künstler*innen des Künstlerhauses zusammenkommen und vor allem die zeitgenössische Kunstszene Bremens anzutreffen.

Was? gb-open Bremen

Wann? 25. -26.08.2018

Wo? Am Deich 68/69, 28199 Bremen

 

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