Heruntergekommen

Eine neue Klassenausstellung der HGB in Leipzig und ich war dabei. Am 21. Juni ging ich zu der Ausstellung “Daddy” im G2 Projektraum. Alles war irgendwo im zweiten Stock aufgebaut und absolut nichts renoviert. Ich muss kurz innehalten und überlegen wie ich dieses Erlebnis am besten beschreibe. Ich fange am besten damit an die Reaktionen meiner Freunde zu beschreiben, die mich an diesem Abend begleiteten. Nach schon ganzen 20 Minuten ging ein Freund aus der Ausstellung und begründete sein Handeln als “ Dies ist hier alles viel zu negativ und ich fühle mich absolut nicht wohl hier”. Eine andere Freundin verschwand vollkommen und einen anderen alten Mitbewohner traf ich erst am Ende der Besichtigung erfreut wieder.

Auch ich durchlebte unterschiedliche Emotionen während der Ausstellung. Anfangs fühlte ich mich sehr unwohl und konnte mich nur schwer auf das Gesehene Einlassen. Nach gut 30 Minuten entschied ich noch einmal in jeden der vielen Räume zu gehen und mich direkt mit der Wirkung auseinander zusetzen. Mit einen Freund zusammen fanden wir einen Weg durch Kommunikation und Vergleichen der Werke, eine Verbindung herzustellen und uns dem Thema zu nähern. Wir blieben fast zwei Stunden und bemerkten einen großen Prozess der uns die Ausstellungs-Thematik durch Zeit und Diskurs näher brachte. Am Ende werde ich kurz erläutern welche Message ich aus dieser Ausstellung entnehme, aber um dem Leser ein Gefühl der Ausstellung zu geben hier zunächst ein paar Werke, die mir besonders gut gefielen.

Janja Kosi Im Jacuzzi mit hundert allerbesten Freunden
Janja Kosi Im Jacuzzi mit hundert allerbesten Freunden

Das Werk von Janja Kosi “Im Jacuzzi mit hundert allerbesten Freunden” wurde auf drei Gemälden mit einem Blumentopf der von der Decke hing präsentiert. Eine Frau fotografiert die hängende Pflanze aus dem Bild heraus. Auch wie auf dem Foto zu sehen, wirkt es von vorne als sei die Pflanze im Bild integriert. Witzige Idee mit trauriger Fragestellung. Farblich ist das Bild unterzeichnet durch pink, hellen gelb und grün Tönen und um noch „einen drauf zu hauen“ in Plastikfolie eingewickelt.

Silke Berg-Ohne Titel
Silke Berg-Ohne Titel

Die Künstlerin Silke Berg hat drei Frauen in farbintensive Kleider, die wie Zwangsjacken wirkten, neben einem ausgehängten Kleid aufgestellt. Sie bewegten sich und waren absolut vom Raum eingenommen.

Das Ausstellungstück von Georg Thanner ”In the company of perverted, you will appear to be pervers” fand sich auch eine klare Emanzipation der Bewältigung von Vergangenheit und Einsamkeit wieder.

Georg Thanner

Raum 1

Nun gut, zurück zum Anfang. Mir ist deutlich klar, dass ich die Thematik der Klasse wahrscheinlich nie wirklich ergründen kann aber hier ist ein Versuch. Die Werke passten sich den Räumen auf eine Weise an und die Räume unterstützten so wiederum die intensive Stimmung von modernem Verfall und Einsamkeit. Ja eigentlich wirkte alles irgendwie hoffnungslos unveränderlich. Kabel waren verfizt und im Spiegel eines Werkes wurde nur eine falsche Realität wiedergegeben. Alle Stücke waren in einer komischen Art und Weise miteinander verbunden.

Zudem fand ich in allen Werken den Bezug zur Weiblichkeit. Ob mit Farben, Videos, realen Frauen oder anderen Mitteln, dies war absolut klar. Ich glaube auch durch die modernen Materialen wie Kabeln und Kartons wurde eine Wirklichkeit der heutigen Zeit erschaffen. Die Ausstellung beschäftigt sich mit oder kritisiert die heutige Zeit. Dies mit der femininen Fokussierung erklärt auch den Titel “Daddy” in meiner Sicht.

 

Wann: 21 June – 11 July 2018

Wo: G2 Projektraum, 2nd floor, Dittrichring 13, 04109 Leipzig

 

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